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Regelmäßig erhalten wir Berichte von Besuchern
des Kinderdorfes.
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Eindrücke
aus MA-NIKETAN von einem Besuch
im Oktober 2007 Von Andrea und Anand Jagodzinski aus Bochum Nachdem wir fast eine
Woche in Mumbai unterwegs gewesen sind, war MA-NIKETAN ein Ort, an dem wir
zur Ruhe kommen konnten. Im Gegensatz zu Mumbai fiel uns in MA-NIKETAN
sofort die Sauberkeit, das Lachen der Mädchen und die beschützende Fürsorge
der Schwestern auf. Die Mädchen, die in
MA-NIKETAN aufwachsen dürfen, sind trotz ihrer Schicksale privilegiert.
Sie wachsen behütet, umsorgt, versorgt und mit Aufmerksamkeit bedacht
auf. Jedes der fast 350 Mädchen geht entsprechend seiner individuellen Fähigkeiten
und dem Alter gemäί zur Schule. Um die richtige Schule für jedes Mädchen
zu finden, werden sie getestet. Hat das eine oder andere Mädchen nach
Schulausbildungs-Ende die Fähigkeit zu studieren, wird auch das ermöglicht.
Für die Zeit des Studiums können sie dann weiterhin in MA-NIKETAN leben. Anand und ich haben
MA-NIKETAN als lohnenswerte Institution wahrgenommen und erlebt. Alleine
um einigen Waisen, Halbwaisen oder verwahrlosten Kindern eine Chance zu
geben, ist MA-NIKETAN wichtig. Auch wenn Indien viele Potentiale hat und
sich inzwischen an vielen Stellen selbst helfen kann, wird MA-NIKETAN
immer auf Spenden aus dem In- und Ausland angewiesen sein. Andrea und Anand Jagodzinski Anand wurde selbst vor fast 30
Jahren aus Indien über MA-NIKETAN adoptiert und kam im Alter von 9
Monaten nach Bochum in seine Familie |
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| Dr. Christoph Möllers aus Dresden, der durch Patenschaften das Kinderdorf unterstützt, hat auf einer Reise durch Indien im März 2000 Ma-Niketan besucht. Er fasste seine Eindrücke für uns zusammen: |
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MA-NIKETAN (Thane)1. MA-NIKETAN ist ein von katholischen Nonnen des Ordens "Helpers of Mary" betriebenes Waisenheim für Mädchen; es liegt in der Ortschaft Thane, rund 50 km nordöstlich des Zentrums von Bombay, am Rande der ausufernden Vororte dieser 14 Millionen Stadt. Die Anlage selbst, rund 3 bis 4 ha groß, liegt außerhalb des Zentrums von Thane in einem Mischgebiet (Wohnungen/Industrie) an einer gut ausgebauten Straße. Die Anlage besteht aus rund einem Dutzend Gebäude, darunter vier Schlaf-/Wohnhäuser, einem Verwaltungsgebäude mit Kapelle und einem Küchengebäude. Einen kleinen Eindruck mögen die beiliegenden Bilder vermitteln. 2. Bei Betreten der Anlage fällt zunächst unmittelbar und im Vergleich mit den Erfahrungen, die ein Indienbesucher hierzu machen kann, die Ruhe und Ausgeglichenheit des Ortes auf. Dies gilt selbst dann, wenn die Kinder anwesend sind und mit der ihnen eigenen Lebhaftigkeit durch das Gelände toben. Darüber hinaus liegt über allem eine fröhliche Grundstimmung, die sich auch auf den Gesichtern und dem Verhalten aller dort lebenden Personen widerspiegelt. Insgesamt leben auf dem kleinen Areal z.Z. rund 375 Kinder, fast ausschließlich Mädchen im Alter von 3 bis 18 Jahren, die von insgesamt 10 Nonnen betreut werden. Dabei ist die Organisation so aufgeteilt, daß jeweils eine Schwester mit einer Gruppe von rund 90 Mädchen in einem Haus zusammenlebt, während die übrigen Schwestern andere Aufgaben, z.B. in der Essen-Versorgung, Verwaltung, Krankenstation usw. übernommen haben. Allerdings gilt hier keine überaus strikte Trennung, sondern das gemeinsame Miteinander steht eindeutig im Vordergrund. Selbst bei einem kurzen Besuch fällt auf, daß sich sowohl die Nonnen untereinander gut verstehen als auch die Kinder einen ausgesprochen fröhlichen und zufriedenen Eindruck machen. 3. Der Tagesablauf ist so organisiert, daß die eine Hälfte der Kinder morgens nach dem Wecken um 5:30 Uhr zunächst frühstückt und dann zur Schule geht (ca. 4 km entfernt). Dort verbleiben sie bis zum frühen Nachmittag und kehren dann heim. Der Nachmittag sieht nach dem Essen im wesentlichen Lernen, Hausaufgaben erledigen und ca. ein bis zwei Stunden Freizeit vor; daneben sind auch allgemeine Aufgaben im Haushalt zu erledigen. Die andere Hälfte der Mädchen verbringt praktisch einen umgekehrten Tagesablauf, d.h. zunächst ist der Vormittag "schulfrei"; reserviert für die Hausaufgaben des vorangegangenen Tages, Lernen und Aufgaben des allgemeinen Haushalts; der Schulunterricht beginnt nach dem Mittagessen ca. gegen 13:00 Uhr und dauert bis zum späten Nachmittag. In der Zeit vor dem Abendessen um 20:00 Uhr sowie in der Zeit danach für die älteren Mädchen bis ca. 22:00 Uhr werden viele gemeinschaftliche Aktionen unternommen, z.B. Singen im Chor, Theaterstücke und ähnliches oder einfach nur Freizeit der Mädchen miteinander.Die Kinder erhalten drei Mahlzeiten am Tag (Frühstück, Mittagessen und Abendessen), die für europäischen Standart sicherlich sehr schlicht und sparsam sind; allerdings ist nirgends zu sehen, daß irgendeines der Kinder unter einem Mangel leidet. Es sei auch darauf hingewiesen, daß in der Anlage eine eigene Krankenstation vorhanden ist, die von einer Nonne, als Krankenschwester ausgebildet, betreut wird. Im übrigen ist immer wieder auffällig, wie ordentlich und sauber sich alles vorfindet, die Mädchen gut gekleidet sind und alles einen disziplinierten, aber doch zwanglosen Tagesablauf widerspiegelt. Einen Eindruck hiervon mögen ebenfalls die beigefügten Bilder vermitteln. 4. MA-NIKETAN nimmt vor allem solche Halb- oder Vollwaisen auf, die zumindest noch über einen bekannten bzw. in der Nähe lebenden Verwandten (zumeist ein Großelternteil oder Elternteil) verfügen. Damit soll gewährleistet sein, daß auch über die "Welt" und Beziehungsperson in MA-NlKETAN hinaus noch ein Kontakt nach außen besteht, der quasi allein dem jeweiligen Kind "gehört". Es hat sich herausgestellt, daß eine derartige, individuelle Bezugsperson für die Kinder, insbesondere für ihr Selbstbewußtsein, ausgesprochen wichtig ist. Diese Bezugspersonen werden dazu angehalten, mit den Kindern regelmäßigen Kontakt zu halten, was offensichtlich auch funktioniert. Aufgrund der begrenzten Kapazität können selbstverständlich nicht alle bedürftigen Kinder aufgenommen werden; insoweit vertrauen die Nonnen auf eine gewisse Vorauswahl von Sozialarbeitern, Streetworkern und anderen Vertrauenspersonen, die ihnen bestimmte Kinder zur Aufnahme empfehlen. Dann wird eine intensive "Untersuchung" des Hintergrundes und der Umstände dieses Kindes durchgeführt und es werden auch Gespräche mit dem Kind geführt. Wird über eine Aufnahme positiv entschieden, so bleibt das Kind bis zum Ende seiner Schulausbildung, ggf. auch bis zum Ende seiner Berufsausbildung, die an die Schulausbildung anschließen mag, in MA-NIKETAIN. Sollte es während der Schulausbildung bzw. Berufsausbildung erforderlich sein, daß das Kind auswärts leben muß, so sorgt MA-NIKETAN auch hierfür. Insgesamt wird Wert darauf gelegt, daß die Kinder die bestmögliche Schulausbildung entsprechend ihren Fähigkeiten erhalten sowie eine gewisse berufspraktische Ausbildung gewährleistet ist. Hierzu gehören z.B. die Ausbildung zur Sekretärin, der Besuch von Computerschulen etc. Die Kosten hierfür trägt ebenfalls MA-NIKETAN. Oberstes Ziel ist dabei stets, den Mädchen in der traditionell eher frauenfeindlichen Gesellschaft Indiens die Möglichkeit zu geben, beruflich und finanziell auf eigenen Füßen zu stehen, um angesichts des Mangels einer fördernden Familie selbst über ihr Leben bestimmen zu können. Soweit die Erfahrungen bisher reichen (ca. 15 Mädchen verlassen jährlich MA-NIKETAN) ist dies stets mit Erfolg geschehen; alle Mädchen sind berufstätig, soweit sie sich nicht nachfolgend verheiratet und eine Familie gegründet haben.5. Die Anlage ist Eigentum des Ordens "Helpers of Mary", deren Sitz in Andheri, einem Vorort vor Bombay liegt. Der Orden betreibt noch rund 40 weitere Stationen caritativer Art, darunter solche Waisenheime wie MA-NIKETAN, Slumstationen u.a. Während Grund und Boden der Anlage von einem indischen Industriellen gestiftet wurde, sind die Gebäude zumeist durch überseeische Spendenmitteln errichtet. Entsprechendes gilt für den laufenden Betrieb, der sich praktisch ausschließlich aus Spenden von Fördergruppen in Europa (Deutschland, Dänemark, Frankreich, Spanien, Italien) und Indien trägt. Nach Aussage von Schwester Anandlata, der Leiterin von MA-NIKETAN, benötigt sie für den laufenden Unterhalt monatlich einen durchschnittlichen Betrag von rund DM 23.000,-- bis DM 25.000,--. Organisatorisch und rechtlich ist der Spendenfluß so geregelt, daß MA-NIKETAN über ein eigenes Konto und über eine eigene Buchhaltung verfügt und insofern unabhängig vom Orden operiert. Sämtliche Spendengelder werden ausschließlich auf dieses Konto eingezahlt und stehen auch ausschließlich MA-NIKETAN zur Verfügung. Während der Zufluß der notwendigen Gelder für den laufenden Unterhalt kontinuierlich gesichert scheint, fehlen jedoch Mittel zur derzeit notwendigen Grunderneuerung eines Gebäudes sowie für Zusatzkosten, die bei der weiteren Berufsausbildung bzw. Unterstützung detjenigen Frauen anfallen, die nicht mehr in MA-NIKETAN wohnen, aber noch in Berufsausbildung sind oder aufgrund ihrer Fähigkeiten besondere Ausbildungskurse (Computer, Bank etc.) besuchen. Offenbar ist es kaum möglich, aus den laufenden Geldern einen Sparfond oder eine Reserve anzulegen, zudem treten die vorgenannten Kosten eher "anfallsweise" auf, so daß sie nicht von vornherein kalkuliert werden können. Generell gilt, daß alle Kinder eine Schulbildung bis zur sog. Matrix (etwa: mittlere Reife) erhalten; die Kosten hierfür betragen rd. 250,-- bis 300,-- Rupien pro Monat. Wer dazu befähigt ist, wird darüber hinaus zum Juniorcollege geschickt, das in etwa mit dem Abitur abschließt. Die Kosten hierfür betragen 1.000,-- bis 2.000,-- Rupien/pro Monat. Einige Schülerinnen besuchen danach noch das College, das ein einfaches Studium bietet. Die Kosten hierfür betragen mindestens 3.000,-- Rupien/pro Monat. Sofern nach der Matrix eine praktische Ausbildung erlernt wird, werden die Kinder auch hier gefördert und die entsprechende Berufsausbildung gezahlt. So dauert z. B. eine Krankenschwesterausbildung noch etwa 5 Jahre nach der Matrix, mit einem (degressiven) Förderungsumfang von 3.000,-- bis 1.000,--Rupien/pro Monat. Grundsätzlich werden immer so viele Kinder gefördert, soweit die finanziellen Mittel reichen. Der Empfang durch die Nonnen und insbesondere Schwester Anandlata war sehr herzlich und unkompliziert; abgesehen von der Scheu, drei männlichen Wesen gegenüber zu stehen, waren auch die Mädchen nach kurzer Zeit sehr aufgeschlossen und fröhlich und es bereitete keinerlei Schwierigkeiten, sich mit ihnen in Englisch zu unterhalten. Abschließend kann ich nur wiederholen, daß bei aller Schlichtheit der gesamten Einrichtung für europäische Wahrnehmung MA-NIKETAN insgesamt einen ausgesprochen ordentlichen und gefälligen Eindruck gibt. Besonders bemerkenswert war die Fröhlichkeit und die Unbelastetheit der Kinder; MA-NIKETAN vermittelt nichts von dem klassischen Eindruck eines Waisenhauses als Verwahranstalt. Man merkt ganz deutlich, daß den Schwestern sehr daran gelegen ist, die Kinder zu Personen zu erziehen, die aufgrund ihrer Bildung und Ausbildung selbständig im Leben "ihre Frau" stehen können. Angesichts der in Indien immer noch herrschenden sozialen, kulturellen, aber auch wirtschaftlichen Gegebenheiten ist es eine Aufgabe, die man nur von Herzen unterstützen kann. Im übrigen sehen dies offensichtlich auch die anderen Spendergruppen ähnlich z.Z. unseres Besuches waren zwei Damen aus Dänemark anwesend; die eine Dame berichtete, daß sie mindestens einmal, manchmal zweimal jährlich in MA-NIKETAN ist und dort immer wieder herzliche Aufnahme erfährt. |